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Oh du Sonne
Oh du Sonne
Die du unerbittlich scheinst
Die du geschehen lässt
All das, was geschieht
Wann erbarmst du dich unser
Du verbrennst alles zur Wüste
Wärmst uns zwar in der Kälte
Lässt wachsen und verdorren
Und uns verirren
Bis zum höchsten Gipfel
Bin ich zu dir aufgestiegen
Die Engel freuten sich
Unterstützten mich und halfen mir
Sie lobpreisen dich in einem fort
Sie freuen sich über deinen Schein
Sie posaunen ihr Frohlocken
Über deine Existenz in die Welt
Doch nichts ereignet sich
Du tronst über allem
Scheinbar unnahbar
Zwar wärmen deine Strahlen
und du schenkst Freiheit
Nur - es fehlt das Glück
Ich bin nicht damit zufrieden
Dich zu lobpreisen
In ewigem Haleluja
Ich will in deinem Glanze brennen
Und deine Kraft
Deine Strahlung und Leuchte
Verteilen in der Welt
In der Welt die du erschaffen
Du scheinst wahrlich über Gute und Böse
Du hast das Leben uns gesandt
Dein lichtes Leben
Es stirbt in Liebe und Vergebung
Es aufersteht ewig neu
Es schickt die Flamme des heiligen Geistes
Die auch die Nacht speziell erhellt
Nicht nur wie der Mondenschein
Der dich nur eisig wiederspiegelt
Doch du bleibst unverrückbar
Wie auch die Welt dir gegenüber
Du lässt dich als ungezählte Sterne
in deine Welt hinab regnen
Weil ihr der Aufstieg zu dir verwehrt
Aber alle Wege führen nur im Kreis
Im Pendel hin und her
Oder auf und nieder
So stieg ich sogar
Durch die Wolken in den Himmel
Doch nur - um mich am Nachthimmel wieder zu finden
Nicht wissend
Ob ich scheine oder unsichtbar bin
Und wo dein Licht verborgen
Nur vom Berge aus
Bist du mir nah
Nur als Ausgang des Pendels
Doch versuche ich durch deine Augen zu sehen
Durch Dein Herz zu fühlen
Sehe ich nur die Welt vor mir
Wie vorgängig beschrieben
Da fühl ich keine Liebe nur Hitze
Und doch ist da das Leben
Du scheinst in eine Welt
Mit all ihrem Leid
Das du wohl aus der Ferne
Als Freiheit höher wertest
Als Trost und Freude
Wärme, Liebe und Geborgenheit
Wo ist deine Gnade
Wie rühr ich an dein Herz
Unser kleines nichtswürdiges Herz
Schlägt heisser für alle unsere Lieben
Kennt aller Mühsal und Ungerechtigkeit
Du siehst den Pendel der Zeit
Hin und her schlagen
Einer rennt dem Andern nach
Oder wendet sich wieder dagegen

Wie kann da jemand von Vergebung reden
Wenn du die Engel auf dem Berge
Einsam singen lässt
Dich nicht zu ihnen niederbeugst
Deine Hand nicht ausstreckst
Sie zu dir zu erheben
Wenn du nicht fähig bist
In die trüben dunklen Täler zu scheinen
Weil Berge deinen Glanz verdecken
Obwohl auch dort dir alle Treue schworen
Und geduldig ertragen ihr Los
Wenn du nicht rufst die Vögel
Damit sie deine Lüfte bewohnen
Nicht die Tiere sonniger Landschaft
Muss sie schweigend zu dir aufschauen
Über deine unerbittliche Grösse und Unnahbarkeit
Nur in dunkelster Dunkelheit
Und doch von schwachem Licht umgeben
Erlebt sich liebende Geborgenheit
Doch lässt sie so nichts sehen
Dein Anblick wird beschrieben
Als höchste Freude
Obwohl wir blind werden
Wenn wir in deine Augen schaun
Du nährst mit grosser Wärme deine Strahlen
Wie kann aber dieser Schein erfreun
Wenn er unser Lachen nicht erwiedert
Wo finde ich in dir
Die Quelle deines Herzens
Du schüttest nur aus
Das Feuer des Lebens
Über deine Welt
Der mir das Wasser fehlt
Es scheint, dass Licht allein
Trügt den Schein
Du bist wohl aussen Licht
Doch innen schwarz wie Finsternis
Vielleicht ist Finsternis schwarz
Pechschwarz
Und doch scheint innen ein Licht
Keine Sonne
Ein Licht der Liebe
YGL







