Vorwort

Wenn Du mich fragen würdest, warum ich dies schreibe, dies in Worte zu fassen versuche, würde mein Kopf mit seinem Verstande sagen: "weil mich gemäss C.G. Jung die Inflation (das Sichaufblasen) dazu treibt". Aber mein kindliches Herz würde aufbegehren, wie es jetzt gerade wieder aufbegehrt, trotz meiner Falten und meines nicht mehr jugendlichen Alters: "Jetzt habe ich genug von all diesen Gesetzen, die mich hindern an der Freude; an der Lust und an der Freude am Leben teilzunehmen; die mich hindern aufzublühen, mich zu öffnen also zu entfalten, meine Energie fliessen zu lassen, warm zu werden durch die Reibung des Flusses, aber auch durch die Luft, die plötzlich Zugang zur inneren Feuerstelle erhält und das Feuer aufflammen lässt, damit es endlich all das aufgeschichtete Holz verbrenne und es aus seiner Festigkeit erlöse, es lebendig mache und durch Wandlung auferstehen lasse".

Dies ist Egoismus, habe ich schon früh gelernt. Dadurch liess ich mein Leben fremdbestimmen. Doch irgendetwas liess mich weiterhin alles hinterfragen, in Zweifel ziehen - ...

Ich tat alles für die Andern, sah Gott in ihrer Mitte und tat es ihnen und Ihm zu gefallen. Auf die Idee auch ein Gotteskind zu sein, kam ich nicht, denn ich war ja dem Teufel vom Karren gefallen. Mein Leben bestand aus Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl; ich kannte kein Lachen. Was Befriedigung sei wusste ich nicht. Dauernd machte ich Fehler und man verlangte mehr und mehr und ich gab anscheinend zu wenig, zu wenig - ... Bis ich eines Tages nichts mehr zu geben hatte. Ich war leer, hohl, ausgebrannt - nein, voller Schmerzen und glaubte noch, jetzt muss ich auch noch meine Hülle geben. Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht.

Doch in diesem Moment sagte jemand zu mir: "aber wenn das so ist, dann bist du ja frei".
Ja, ja sie meint das karmische Zeug da. Ich verstehe, was sie meint, aber ich begreife es nicht. Denn ich war unfreier denn je; gebunden an Ideale, Gesetze moralisch-religiöser Art, die ich nicht mehr erfüllen konnte.

Natürlich wusste ich, dass alles zwei Seiten hat. Doch das Böse sollst du meiden und das Gute musst du suchen. Die Menschen um mich herum waren alle erfahrener, älter. Die wussten doch, was gut und was böse ist. Und ich war böse. Dauernd wurden mir ja meine Fehler vorgehalten. Doch nun war ich nicht mehr in der Lage das Gute zu versuchen. Aber ich wollte nicht ins Fegefeuer, das mir grosse Angst machte, obwohl ich nicht katholisch sondern reformiert erzogen worden war. Deshalb wollte ich bei meinem Tode ja auch nicht verbrannt, sondern beerdigt werden.

Meine innere Not war sehr gross. Der Horcher an der Wand hört seine eigene Schand. Bei solchen zufälligen Vorkommnissen vernahm ich jedoch nur das Gegenteil: ich wurde gelobt. Dies war mir suspekt, in grösstem Masse peinlich und vollkommen unverständlich. Meine Interpretation lautete in etwa so: ich bin so schlecht, dass man nicht einmal mehr darüber reden kann. Sie lieben mich (das versicherten sie mir ja dauernd) trotz meiner Schlechtigkeit so stark, dass sie mich vor anderen besser machen müssen als ich bin. Dies stachelte mich erst recht wieder an, alles zu versuchen Gutes zu tun.

Das Allerschlimmste war, den allwissenden Gott über mir zu wissen, den ich doch so verehrte, weil er ein derartig grossartiges Universum erschaffen hatte. Nur - wenn der Allmächtige so gross ist, weshalb verzichtete er dann nicht auf den Teufel ?

Meine Hemmungen, die aus der ewigen Kritik entstanden, brachten mich dazu still zu beobachten, zu schlussfolgern; Prognosen daraus zu erstellen, geduldig zu warten, um sie sich erfüllen zu sehen; daraus mein Weltbild zu verändern - auch mich.

Einleitung

Und immer wieder taucht in mir der Wunsch auf, ein Buch über meine Ideen bezüglich Gott und die Welt, resp. die Bibel und ihre Aussagen zu schreiben. Aber gleichzeitig packen mich Zweifel, ob ich autorisiert dazu sei, ob das überhaupt jemanden interessiere usw. usf. Aber jedesmal, wenn ich meine Ideen ausdrücken kann, werde ich lebendig und voller Energie - ...

Und wie beginnen? Der ursprünglich notierte Anfang hat sich in Luft aufgelöst und ist unauffindbar. Einige versuchte Neuanfänge befriedigten mich nicht. Tausenderlei Wiederstände bauten sich scheinbar unüberwindbar auf.

"Dann beginne doch einfach mit deinem blinden Fleck."
"Du meinst, einfach einen schwarzen Fleck auf s Papier zaubern und daraus anfangen ?"
"Nein, nicht den Schatten. Der Fleck ist nicht schwarz, er ist blind !"

Was ist der blinde Fleck überhaupt ?
Es ist bildlich gemeint. Denn um die Symbolik zu begreifen, bringe ich sie immer zuerst in die konkrete Wirklichkeit dieser Schöpfung.

Der blinde Fleck befindet sich im Auge. In ihm finden alle Nervenfasern aus den einzelnen Sehzellen zusammen und streben als ein Nervenstrang zum Sehzentrum des Gehirns. Es ist der konzentrierteste Punkt aller Sehinformationen und doch in sich selbst blind. Er besitzt keine eigene Sicht. Obwohl unser Blickfeld folglich einen leeren Punkt aufweist, bemerken wir es nicht, denn wir sehen ein vollständiges Bild. Das würde bedeuten, mich dem zuzuwenden, was ich nicht sehen kann - oder will ?

Grundsätzlich müsste ich nur den Kopf leicht wenden, um neu den Blickpunkt zu fassen. Denn damit verrutscht der blinde Fleck. Sichtbar wird, wo vorher Blindheit herrschte. Verloren geht, was vorher dort punktuell erblickt wurde. Der Blickwinkel ist verändert.

Ebenso verhält es sich mit meinen Ideen. Als auch pedantischer Mensch versuche ich eine Sache von allen Seiten zu beleuchten, sie mit Erfahrungen in Beziehung zu setzen. Doch plötzlich wird auf diese Weise alles widersprüchlich, negiert sich selbst. Dieses lässt sich jedoch leicht in der Schöpfung erklären, denn alles hat 2 Seiten. Es ist die wohlbekannte Kehrseite der Medaille. Deshalb sagt Buddha: "alles ist Leid" und Patanjali erklärt in den Sutren: "wegen den gegensätzlichen Kräften der Natur".

Obwohl mir dies alles bekannt ist, lässt es mich doch immer wieder zweifeln. Da ich gerne die Sicherheit unverrückbarer Wahrheit ausgedrückt hätte, was jedoch in diesem Zusammenhang nicht möglich ist. Diese Wahrheiten fallen nämlich unter das Gesetz der höheren Wahrheit der polaren Schöpfung. Daraus ergeben sich folglich Schwierigkeiten aus einer Art Hierarchie mit ihren verschiedenen Ebenen.

Der Mensch strebt nach Vollkommenheit in seinem Wesen und Tun. Das Wesen der Vollkommenheit ist in sich selbst jedoch die Unvollkommenheit, die erst Wachstum und Fortschritt ermöglicht und ebenso ewiges Leben bedeutet.

Ferner geht es gar nicht darum, klare Leitsätze zu formulieren, sondern meine Ideen zur Diskussion und zum eigenen Überdenken zu stellen. Sie können schliesslich ja nur einen kleinen Ausschnitt der immensen vielfältigen Schöpfung ausdrücken. Sie sind subjektiv geprägt durch meinen Weg, meine Erfahrungen, durch meine Denkweise und Gefühle etc. Gleichzeitig mögen sie aber zu einem Ganzen ihren Teil beitragen im Sinne von Patanjali's Aussage: "Das Gesehene existiert nur für den Sehenden, doch es bleibt erhalten wegen der Gemeinsamkeit der Erfahrung".

Der blinde Fleck kann jedoch auch als neutraler Ort gesehen werde. Er leitet Informationen weiter, wertet sie nicht in gut und böse, richtig oder falsch. Insofern ist er frei von Zweifeln und Unsicherheiten. Begebe ich mich selbst an diesen neutralen Punkt, wird mir die Möglichkeit geboten, mich frei auszudrücken und dem Leser selbst seine ihm zukommende Verantwortung der kritischen Betrachtung zu überlassen. Dies kann einen Dialog nur förderlich unterstützen. Da jedoch meine Sicht und meine Erfahrung meine Wirklichkeit ausdrücken, lässt sich nicht vermeiden, dass ich Wahrheiten formuliere, die der Leser wohl lieber in Form von Möglichkeiten vorgestellt erhalten möchte. Der blinde Fleck ist jedoch auch der Konzentrationspunkt, an dem alle Informationen zusammen kommen und weitergeleitet werden. Ich soll folglich loslassen und weiter geben, was an Information in mir und aus dem Moment heraus geboren ist - ...

Wir sehen uns meist selbst als Atheisten, die nicht in die Kirche gehen, weil wir uns dort missverstanden und mit abstrakten oder machtvollen Doktrinen abgespiesen fühlen, ohne deren Sinn annehmen, verstehen und vor allem begreifen zu können. Dabei merken wir nicht, wie wir genau unter diesen religiös-moralischen Gesichtspunkten leben und uns von ihnen knechten lassen. Jede Frau kann ein traurig Lied davon singen, wie sie heute noch die Schuld der Eva begleicht, von Männern dominiert, als Sündenbock bezeichnet und durch sich selbst dem Manne anhangend gehorcht, sich verschleiert.

Die Frauen - Emanzipation kämpft nicht gegen den Mann, sondern gegen das Feindbild 'Weib' Eva. Dort liegt die Wurzel begraben, die letztendlich Ursache der Wirkung (auch Karma genannt) ist. Dieses symbolische Bild ist tief im Menschen eingeboren und ist an sich richtig, jedoch falsch interpretiert.

Der Mann hat Mühe sich zu emanzipieren, weil er dem Urbild entsprechen sollte, sich überfordert fühlt von diesen Erwartungen, die auch seiner Einsicht und Liebe zur Frau zu widersprechen scheinen.

Vieles ist abstrakt, nicht mehr zeitgemäss. Und doch eine Spur von Unsicherheit bleibt trotz Wandel und bricht immer wieder durch, um lautstark überkompensiert zu werden. Der Frust führt zur Sucht, Betäubung, Ablenkung usw. Mir scheint dies alles im falsch verstandenen religiösen Wissen begründet, das zwar verdrängt, deshalb aber nicht weniger machtvoll uns beeinflusst.

Nur Bewusstheit klärt auf und befreit so, wandelt, orientiert neu von Grund auf  !

Religion, Konfessionen, Wissenschaften und Astrologie

Die Definition von Religion wird oft missverstanden und mit den Konfessionen gleichgesetzt. Die Religion ist die Rückverbindung, das Verhältnis des Menschen zu Gott, die Frömmigkeit, die Gottesfurcht, der Gottesglaube und gleichzeitig auch die genaue Beachtung.

Die Religion beinhaltet Lehren, die genau beachtet zu Gott führen und Ihn erfahrbar werden lassen. Schenken wir dem Leben und dem Universum unsere genaue Aufmerksamkeit, bemerken wir Schöpfungsgesetze, die wichtig zu nehmen sind und Zeugnis eines Schöpfers, Gott ablegen. Sie offenbaren Seine Weisheit, Allmacht und Liebe. Es gibt Menschen, die den Begriff Gott nicht mögen und lieber von der Natur sprechen, da so viele Kriege im Namen Gottes geführt werden. Diese Ungereimtheiten basieren jedoch eher auf den jeweiligen Interpretationen der 'Natur'gesetze durch:

die Konfessionen. Sie sind Glaubensbekenntnisse, Bindungen an bestimmte Auslegungen der oben erwähnten Gesetze. Meist halten sie unumstösslich, dogmatisch an ihrer Glaubenslehre fest. Oft spielt da auch eine gewisse Machtausübung eine sehr ernstzunehmende Rolle.

Doch gerade das genaue Beachten der Lehren (Bibel, Koran, Thora, Veden, Tarot, Bhagavad-Gita, Märchen und Sagen etc.) ohne Dogmatismus lässt ihre Übereinstimmung erkennen. Alle anerkennen einen Gott und wissen, dass nur das Gesetz der Liebe zu Ihm führt. Seine verschiedenen Eigenschaften mögen wohl diverse Namen haben, die als Vielgötterei bezeichnet, oft falsch verstanden werden. Trotz ihrer bildlichen Darstellung entsprechen sie eigentlich nicht dem goldenen Kalb. Ihr Sinn besteht eher in einer Verständnis- und Konzentrationshilfe für die einfachen Menschen, wobei jedoch Missverständnisse sogar auch bei Marien- und Heiligenstatuen nicht ausgeschlossen werden können.

In der heutigen Zeit (oder schon immer?) wird der Mammon (materieller Reichtum, Geld) und der Materialismus (Überzeugung, dass alle Werte stoffbedingt sind) als goldenes Kalb verehrt, angebetet und ihm meist versteckt oder unbewusst geopfert, obwohl die entsprechende Statue fehlt.

Wer sich aus der Gefangenschaft der illusorischen Vorstellung befreit, benötigt diese Bilder nicht mehr, sei er nun Buddhist oder Christ. Er erkennt Gott in allem und alles Ihm. Dieses Verständnis fehlt vielerorts. Auch wenn äusserlich keine Götzen angebetet werden, so doch falsch verstandene Idole.

Die Wissenschaften erforschen materielle (stofflich, greifbar, wirtschaftlich, gewinnsüchtig, ...) Bereiche und begründen darin ihr Wissen. Sie opfern den allem zugrunde liegenden Geist, wenn sie sich mit den Religionen, beispielsweise in Bezug auf die Schöpfungsgeschichte, etc. streiten. Doch vorläufig fehlen zur Beweisführung wohl noch geeignete Apparate, obwohl bereits viele neue und immer feiner werdende Strukturen und Energien nachgewiesen werden. Einige namhafte Physiker sind jedoch überzeugt, dass eine göttliche Macht dem ganzen Universum innewohnt - . . .

Geist ist für viele nichts: nichts konkret Beweisbares. Nur die Fülle aller materieller Formen zählt und es herrscht auch hier ein dogmatischer Glaube, dass alle Entwicklung von stofflichen Bewegungen herrührt. Nur - wer bewegt dieses Stoffliche ? Alles seelisch - geistig Erfahr- und Erfassbare, lässt sich nicht in geläufiger Art beschreiben. Es scheint, als fehle eine zusätzliche Dimension. Deshalb werden sinngemässe Bilder, Geschichten und Gleichnisse (Symbole) verwendet, um sie auszudrücken. Vielleicht sind ein Symbolverständnis und eine offene und unvoreingenommene Sichtweise erforderlich, damit Geist in die irdisch geprägten Wissenschaften zu einem neuen Ganzen integriert wird.

Insofern ist sogar die biblische Schöpfungsgeschichte ein Bild, das symbolisch seinen Schöpfer, Gott und seinen Geist erkenntlich macht. Das Innerste des Menschen, oder Seele und Geist können nicht auf dieselbe Weise reden, wie der Mund. Ihre Sprache ist das Bild mit seiner ihm eigenen Bewegung und Farbigkeit.

Alles ist Schwingung. Materielles, Farben, Buchstaben, Klang und Töne, Gefühlsregungen und Gedanken sind Wellen verschiedenster Art, Frequenzen und Amplituden. Sie ähneln einerseits den Tönen einer Oktave, sind aber auch Ausdruck verschiedener Oktaven oder auch Ebenen. Der Ton 'c' eines bestimmten Instrumentes zeigt in jeder Oktave dieselbe Schwingungsform jedoch grösser und langsamer in tiefer Ebene und rascher, kleiner auf höherer Ebene. Für unser Ohr ist er zunächst als 2 verschiedene Töne hörbar und erst unser Musikverständnis lässt ihn uns als denselben Ton in verschiedenen Höhenlagen erkennen. Das Symbol- oder auch Schwingungsverständnis ist in der Lage die Gleichartigkeit in den verschiedensten Ebenen zu erkennen und zu verbinden. Sie sind auch als Ober und Untertöne bekannt.

Wir wissen, dass Gefühle ein Wort mitprägen. Das Gefühl ist im Wort selbst nicht ersichtlich, das Wort bleibt grundsätzlich dasselbe. Die unsichtbare Regung verleiht dem Wort jedoch eine ganz andere Bedeutung. Wollen wir einen anderen Menschen verstehen, so dürfen wir uns nicht nur auf die Buchstabenreihe des Wortes verlassen, sondern haben unser Ohr auch auf die Feinheiten des Gefühlsinhaltes zu richten. Ebenso ist die Schöpfung nicht nur Materie gemäss dem Wort, sondern auch Geist und Leben als Ausdruck Gottes - . . .

Mögen diese Feststellungen auch krass ausgedrückt sein, da bereits in der Physik eine Öffnung gegenüber dem Geist stattfindet und viele Pfarrer das Dogma der Kofession zu erweitern versuchen, so bleiben doch noch viele Konfliktherde ungelöst. Dies fällt insbesondere auf, wenn amerikanische Wissenschaftler fordern, die biblische Schöpfungsgeschichte in der Schule nicht mehr zu lehren, weil sie erwiesenermassen nicht den Tatsachen entspräche. Meine Philosophie versucht eine Brücke zwischen diesen Extremen zu schlagen.

Die Religionen legen volksnah scheinbar unbegreifliche Geschehnisse dar. Sie benutzen eine ähnliche Sprache wie die Mythen und Märchen und reden in phantastischen Gleichnissen oder Symbolen, in deren Worten alles als konzentrierter Geist enthalten ist. Deshalb erscheinen sie uns trotz ihrer Einfachheit und absoluter Klarheit oft wieder unverständlich.

Die Wissenschaft belegt dieselben Geschehnisse durch konkrete, erforschte Tatsachen. Ihre Sprache ist wie unser äusserliches Leben absolut materiell. Ihr konzentrierter, materieller Inhalt ist für das Volk oft auch unverständlich. Ihre Darstellung spiegelt und beweist aber bei näherer Betrachtung die Aussagen der Religionen, wenn wir es verstehen sie umzuwandeln: denn Materie ist gewandelter, erstarrter Geist.

Dazu können wir folgenden Vergleich heranziehen: Geist und Geisteswissenschaften verhalten sich zur Materie und irdischen Wissenschaften wie Luft zu Eis. Die Religion steht der Seele näher und ist vergleichbar dem Wasser. Negiert beispielsweise das Eis das Wasser oder die Luft, verleugnet es sich selbst, denn Eis ist gewandelte erstarrte Luft (z.B. H2, O2), genauso wie Materie aus Geist besteht. Die Umwandlung läuft über das Wasser (H2O), das entweder zu Luft oder Eis werden kann. H2, O2 oder H2O sind in diesem Falle Symbole, die die Einheit verdeutlichen, sofern sie verstanden und in Beziehung zueinander gebracht werden. Der Wärme - Kälte - Aspekt oder das Feuer der Liebe bewirkt die Wandlungen. Nebst all diesen spezialisierten Teilgebieten wäre die Gründung einer vermittelnden Ganzheitswissenschaft sehr zu begrüssen, die solche gemeinsamen Nenner aufstöbert und bekannt gibt. Nur eine Solche ist befähigt, die aus den Analysen entstandenen Thesen und Antithesen in der Synthese zur erneuten Ganzheit zu vereinen.

Die Astrologie als geistige Wissenschaft berücksichtigt die Welt des Geistes und der Materie. Sie bedient sich einer speziellen Symbolik, die anpassungsfägig dem Wandel durch die Zeit folgt. Sie ist eine Lehre der Schwingungen, Energie. Doch auch sie ist nur für Eingeweihte zu verstehen.

In jeder Religion finden wir Symbole der Astrologie, wie beispielsweise in der Bibel bei Hesekiel und in der Offenbarung. Sie hat nichts zu tun mit Wahrsagerei, die als Astromantie bezeichnet werden müsste. In diesem Zusammenhang ist nicht von einer Boulevard - Presse - Astrologie oder dergleichen die Rede, sondern von einer alten Wissenschaft. Erkundet die Astronomie den Himmel, die Gestirne und das Universum, so deutet die Astrologie dieselben in Bezug zum Geschehen auf Erden. Aber damals galten andere Regeln und Erkenntnisse in beiden Gebieten als heute.

Wenn wir die Aussagen der Religion mit Hilfe der Astrologie mit den Aussagen der Wissenschaften in Verbindung bringen, negiert keine Aussage die Andere. Auf diese Weise liesse sich wohl auch die Schöpfungsgeschichte der Religion mit der wissenschaftlichen Wirklichkeit verbinden. Reden wir nicht auch im Alltag von unserem Tagewerk, das wir vollbracht haben. Im Speziellen verbinden wir damit eine Arbeit mit einem klaren Endziel. So wie wir heute unter 'Tag' die Zeit, zu der die Sonne brennt oder die Zeit der immergleichen 24 Stunden oder ein Etikett oder eine Markierung in der Informatik bezeichnen, kann ein Schöpfungs - Tag auch eine ganze Periode darstellen. Ist nicht ein Morgen auch ein Stück Land. Ebenso ist das Verständnis über die Sonnenjahre und -Tage und die Mondjahre und -Tage nicht mehr dasselbe wie früher. Es gibt Sonnen- und Mondzyklen, die ganz andere Zeitdimensionen umfassen. Werden diese auch noch in Zusammenhang mit den Tierkreiszeichen und deren Symbolik gebracht, so könnte wohl auch ein Verständnis für einige biblische Aussagen, wie auch der Schöpfungsgeschichte erweckt werden.

Alle Aussagen sind nur Teilwahrheiten. Und stehen sie sogar in scheinbarem Widerspruch zueinander, so dürfen sie sich nicht gegenseitig ausschliessen, weil sie sich gegenseitig ergänzen. Analysen machen Verborgenes sichtbar, dafür verbirgt sich etwas Anderes. Dies ist jedoch kein Beweis, dass es nicht existiert. Es ist nur jenseits resp. verborgen, denn vorher war oder nachher ist es ja da.

Jeder der menschlichen Vertreter aller Bereiche muss sich voll und ganz in seinen Bereich hineingeben, um ihn verstehen zu lernen. Er lebt so in seiner Welt und redet folglich auch die Sprache seiner Welt. Dies erschwert die Verständigung, um alle diese erkannten Teilaspekte des Lebens zu einigen. Auch wenn wir versuchen zwischen diesen zu vermitteln, entstehen Schwierigkeiten. Die Sprache der Vermittlung und oder Synthese ist wieder ein eigener Ausdruck, der den guten Willen zum Verständnis erfordert, der Offenheit, Neugier und Denkkraft verlangt, um dem weit gespannten Bogen zur Überbrückung der Kluften zu folgen.

Warnung vor Zeichendeutern und falschen Lehrern

Astrologie wird vielerorts abgelehnt, weil sie in den Bereich der Wahrsagerei eingereiht wird. Zudem deutet sie ähnlich dem Tarot, sowie der Zahlensymbolik Zeichen.

In der Erforschung des menschlichen Daseins und der Weltbeschaffenheit, insbesondere wenn zwischen sehr verschiedenartigen Bereichen vermittelt werden will, ist eine Zeichendeutung nicht zu umgehen.

  • Jeder Pfarrer deutet Zeichen, denn auch die Worte der Bibel sind Zeichen, die wiederum aus Zeichen (Buchstaben und Zahlen) bestehen. So ergeben sich auch die individuell verschiedenartigsten Auffassungen, sowie auch Übersetzungen der Urtexte.
      
    Studieren wir beispielsweise die Texte der Offenbarung, finden wir die Symbolbedeutungen vielfach im alten Testament. Jedes Wort hat seinen Inhalt, sei es nun in Religionsbüchern oder im Alltag.
     
  • Jeder Wissenschaftler deutet Zeichen, denn auch z.B. spezifische materielle Strukturen, die wiederum mit Zeichen (z.B. Natrium mit Na) benannt werden, sind Zeichen.
       
  • Wir alle deuten Zeichen: z.B. er liebt mich, er versteht mich nicht, er ist krank usf.
     
  • Die schlimmste aller Zeichendeutungen aber ist die des Aberglaubens.

Ein Zeichen ist ein sichtbarer Hinweis. Doch bereits hier wird ein erster Konflikt erkennbar. Denn - was ist unter sichtbar zu verstehen ? Es gibt Menschen, die auch nichtmaterielle Welten sehen. Mose stand eine Dimension offen, die von seinem Volke nicht wahrgenommen werden konnte ! Insofern darf davon ausgegangen werden, dass aus einer einseitigen, nur materiellen, also nur körperlichen Sichtweise keine Zeichendeuterei betrieben werden darf, weil dann das Göttliche in seiner Ganzheit nicht einbezogen ist. Gerade dies zeigt der Aberglaube, der Zeichen in unsinniger Weise interpretiert und daran glaubt, was fatale Folgen haben kann - denn ein Senfkorn Glaube versetzt Berge - . . .

Dieses Gesetz gilt für Menschen, die der Gefangenschaft des Pharao, des Herrschers der niederen Natur, des Körperlichen, des Materialismus, der sich selbst zu Gott macht, erst entkommen sind und zu wenig Erkenntnis der Ganzheit mit ihren seelisch-geistigen Eigenschaften besitzen, also leicht der Versuchung, ins alte Muster zurück zu fallen, erliegen. (Die Bestätigung dieser Aussage findet sich in der Anbetung des goldenen Kalbes, die nach dem Auszug aus Ägypten stattfindet.)

Der Pharao ist ein Mensch, der als Gott verehrt wird, wie Götzenbilder auch. Zwar wird in der Literatur darüber berichtet, dass die Pharaonen Gottmenschen waren. Dies mag für das junge Ägypten zutreffen, kann aber niemals für das bereits im Abstieg begriffene Ägypten der Zeit Mose gelten. In der Entwicklung des Menschen hatte auch die niedere Natur ihre hohe Zeit. Nach ihrer Reife musste sie jedoch dem Neuen noch höheren seinen Platz abtreten, sowie dies auch bei Christus wieder der Fall war, als das Judentum (Anhänger des mosaischen Glaubens) dem Christentum weichen musste.

Der Tiermensch entwickelt sich zum Menschen, zum Jünger und zum Gottmenschen; oder der körperliche Mensch wächst zum Seelen- und Geistesmenschen; oder der Massenmensch erwacht zum Ich-bewussten egoistischen Menschen, der Persönlichkeit, entdeckt seine Lebendigkeit und reift zum Individuum, das sein innerstes Wesen ausdrückt usf.. Diese Schritte erkennen wir annähernd auch in der menschlichen Entwicklung vom Kind zum Greis - . . .

Die Warnung vor der niederen nur körperlichen Natur, die seelisch-geistige Bereiche nicht einbezieht, will vor den manigfachen falschen Auslegungen, ungesundem Glauben etc. schützen. Welch schwerwiegende Fehldeutungen und den Glauben daran den Menschen zu vernunftswidrigen, leidvollen Verhalten zwingen, zeigen die vielen tief verwurzelten und weit verbreiteten psychischen (seelischen, innere Lebenskraft, griechische Sagengestalt, Geliebte des Eros) Störungen, die der Therapie bedürfen, sowie auch sittliche, sozial-politische Notlagen wie z.B. die Unterdrückung der Frau. Christus deckt ebensolche Missdeutungen der Gesetze durch die Schriftgelehrten auf, denen es an gesundem Menschenverstand fehlt.

Frau Dr. W. Fritsche erklärt: "Der instinktive (unbewusste, unwillkürlich, Naturtrieb, angeborene Verhaltensweise) Mensch hat erst geringe Fassungskraft. Er kann kausale (ursächlich, begründet) Zusammenhänge noch nicht verstehen und bleibt haften im Konkreten (anschaulich, begreifbar). Er nimmt Symbole wörtlich, ohne den Inhalt zu verstehen, ohne zu begreifen, dass Worte selber schon Symbole sind. Dieser Mensch ist gekennzeichnet von der Abwesenheit von Weisheit und schwimmt mit der Masse."

Er lässt sich auch sehr leicht beeinflussen, ist leichtgläubig. Lehnt meist alles ab, was er nicht begreift oder es wird für ihn zum Unfassbaren, zu Gott und in einzelnen Teilbereichen zu Göttern, die in Götzenbildern (materiellen Bildern) angebetet werden. Deshalb gehört er auch zu den Heiden, den Sklaven der Materie, den Sklaven des Körpers, den Sklaven der niederen Natur und niederen Verstandes. Obwohl Atheisten (weltanschauliche Grundauffassung, dass es keinen Gott gibt) nach moralischen (sittenstrengen) Grundsätzen leben, werden auch sie zu den Heiden gezählt, weil sie trotz ihres Intellekts (Einsicht, Verstand, Erkenntnisvermögen), also wider bessere Einsicht Geist und Gott verleugnen und sich nach der niederen Natur richten. Auch Tiergemeinschaften kennen Sitten und Gebräuche wie der Instinkt-Mensch (auch Tiermensch genannt).

Nach Prof. F. Weinreb meint die Bibel mit Heiden (akum), solche die abhängig sind, weil sie nur rechnen können und deshalb einseitig sind. Die Mitteilung, dass nur Weise deuten sollen, wird auch gegeben, um den Laien davon fernzuhalten. Mit seinen Berechnungen (und Aussagen) wird er die Menschen verstimmen, unglücklich oder aber emphorisch (.....) machen. Jede einseitige Mitteilung ist gefährlich.